erinyen now

von VivianaKammel

ERINYEN NOW Die monströse Gestalt des Matriarchats
Ein Gruppenprojekt von Anna Bitter, Samira Freitag, Viviana Kammel, Camille Lacroix, Kristoff Becker, Roman Frechen, Jakob Ketzel, Matze Spohn
Idee und Prolog: Viviana Kammel (nach Hesiods „Theogonie“, in Auseinandersetzung mit Aischylos’ „Orestie“)

ERINYEN NOW ein Gruppenprojekt, eine Ausstellung, eine Art Novel – widmet sich den Erinyen (Furien), den Rachegöttinnen und Vertreterinnen des Mutterrechts, sowie ihrer Überlieferung in der Kunst, auch unter einem feministischen Blickwinkel. Im kollektiven kulturellen Gedächtnis sind sie weniger als ihre Schwester Aphrodite (Venus) vertreten – nahezu unbekannt. Wurden sie, die für ein Matriarchat stehenden Töchter Gaias (Erde), im Patriarchat in Vergessenheit gelassen? In der Kunst hat sich ihre monströse Gestalt aus Aischylos’ „Orestie“ entgegen Goethes Gegenentwurf im „Faust“ durchgesetzt.
Wie aktuell sind die Erinyen? Warum ist Aphrodite / Venus in der Gegenwart bekannter / beliebter als die Erinyen? Kann die „energia“ des Erinyen-Mythos durch die Kunst, ein Projekt wie dieses, beeinflusst werden? Kann die Geschichte der Erinyen uns heute noch einen Kunstgenuss gewähren? Sind die Rachegöttinnen und Vertreterinnen des Mutterrechts im gegenwärtigen feministischen Diskurs wichtig? Wie sind und werden sie zukünftig im kollektiven kulturellen Gedächtnis verankert?
Diese Überlegungen sind die Basis, auf der eine Art Novel entstehen soll, in der die Geschichte der Erinyen anhand von künstlerischen Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Performance, Fotografie, Collage, Bildhauerei, Installation, Video, Film und Literatur erzählt werden soll. Zudem werden Theoretiker*innen von den Künstler*innen zu einem Interview eingeladen. Eine mythologische Reise wird zum wissenschaftlichen Gespräch.
Die künstlerischen Arbeiten sind größtenteils im Rahmen eines Gruppenstipendiums der Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf im August 2021 entstanden. > Project description in English